Praunheim

HDR_Praunhm_Ldstr_01_Localtoneist ein grüner Stadtteil. Und das liegt nicht nur daran, dass 1989 die Bundesgartenschau hier in den Niddaauen stattfand. Auch die kleinen Gärtchen und das nahe Ginnheimer Wäldchen prägen die dörflich-agrarische Struktur. Kein Wunder also, dass sich der Name des Stadtteils wohl von einer Baumfrucht ableitet – von „prunus“, dem lateinischen Wort für „Pflaume“. Die Zehntscheune aus dem 14. Jahrhundert ist ein Überrest der agrarischen Vergangenheit Praunheims, in der heute Kulturveranstaltungen stattfinden. Und aus dem Holz auch von Pflaumenbäumen fertigen die Praunheimer Werkstätten hier Kinderspielzeug, das überregional verkauft wird.

Zur Milderung der dramatischen Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg ließ der von Oberbürgermeister Ludwig Landmann berufene Hochbaudezernent Ernst May in Praunheim eine Trabantenstadt errichten, die westlich des alten Ortskernes zwischen Heerstraße und der Nidda liegt. In der Siedlung Praunheim wurden in wenigen Jahren (1926–1929) knapp 1500 Wohnungen im Bauhausstil errichtet. Die Siedlung Praunheim gilt als Prototyp des sozialen Wohnungsbaues in Frankfurt und weit darüber hinaus, obwohl es sich hierbei nicht um Mietwohnungsbau durch eine gemeinnützige Frankfurt-Praunheim_A9Wohnungsbaugesellschaft, wie in fast allen Siedlungen der Zwanziger Jahre in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg oder Köln, handelte, sondern um eine Reichsheimstättensiedlung, die direkt durch die Stadtgemeinde Frankfurt errichtet wurde und deren Wohnbauten nach Fertigstellung mit den auf der Heimstätte liegenden sozialen Bindungen verkauft wurden. Bekannt wurde auch die erstmals in der Siedlung Praunheim eingebaute Frankfurter Küche, eine von der bis dahin üblichen Wohnküche radikal abweichende architektonische Gestaltung, nach der die Küche nur noch ein kleiner rein funktionaler Raum (Laborküche) ist und dafür ein in Arbeiterkreisen bislang ungewohnter Raum – das Wohnzimmer als Treffpunkt der Familie – in die Wohnung integriert wird.

Die Bewohner der Siedlung Praunheim bildeten auf einer ersten Versammlung am 30. Juni 1927 den „Siedlerverein der Siedlung Frankfurt a. M. – Praunheim“, der nach wie vor besteht und die Interessen der inzwischen durch Bundesgesetz von 1993 von der Reichsheimstätteneigenschaft befreiten Eigentümer vertritt.

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